CAFÉ FÜR ALLE

Im Juni 2020 wurden wir von der Autonomen Schule Zürich angefragt, im Innenhof eine Sommernutzung zu realisieren. Durch die Massnahmen gegen COVID-19 mussten sie ihr Café im Erdgeschoss schliessen, da dort die Abstände nicht eingehalten werden konnten. Das Café ersetzt für viele Menschen das Wohnzimmer, da sie in Asylunterkünften im ganzen Kanton verstreut wohnen, wo solche Räume oft fehlen. Es war den Betreiber*innen deshalb wichtig, möglichst rasch einen wettergeschützten Ersatz zu schaffen, so dass dieser Treffpunkt auch mit den Massnahmen wieder funktionieren kann.

Entstanden ist eine vor Ort, zusammen mit den Nutzer*innen geplante und gebaute Konstruktion. Unser «Mother Hexagon»-Pavillon kam dabei zum zweiten Mal zum Einsatz: Der Elementbau kann problemlos in einem Tag aufgebaut werden. Währenddessen wurde bereits intensiv überlegt, wie aus dem vor Ort vorhandenen Material ein überdeckter Bereich angebaut werden könnte: Wir haben vom Helmhaus viele Planen der vergangenen Ausstellungen erhalten, welche wir zu einer zusammenhängenden Dachfläche verbinden konnten, und die somit die Grösse des Daches bestimmten. Das Tragwerk besteht, ähnlich wie bei der «Transfähre», aus drei am Boden vorgefertigten Rahmen, welche dann mit viel «woManpower» in Position gebracht werden. Fachwerke verbinden die Rahmen untereinander, der Pavillon und die Rampe bilden die beiden «Eckpfeiler». Mit einer Wandtafel versehen, konnte die überdachte Fläche so auch als «Outdoor-Klassenzimmer» genutzt werden. 

Die Bauphase hat gut zwei Wochen in Anspruch genommen und erfreute sich einer grosse Beteiligung der unterschiedlichsten Menschen. Neben dem eigentlichen Bauen wurden auch die Tische und Bänke neu gestrichen, ein Garten angelegt und sich dadurch gegenseitig kennengelernt. Inklusion durch das kollektive Bauen, durch das gemeinsam-etwas-machen. Es ist erstaunlich, zu was eine solche Community fähig ist. Das gebaute Resultat tritt hier beinahe in den Hintergrund. 

Link zu Autonomen Schule Zürich