TRANSFÄHRE LÜCHTTURM

SAFFA FÜR ALLE!

Die Kunstinstallation Transfähre war Teil des «Lüchtturm» 2019 auf der Saffa-Insel während dem 40. Zürcher Theater Spektakel, wo für die Dauer des Spektakels ein neuer Begegnungsort entstand. Ein lebendiger Freiraum für Freunde und Fremde – ohne Konsumzwang und Tickets. Während drei Wochen bot er Raum für die verschiedensten Aktivitäten. 

TRANSFÄHRE: NO PAST, NO FUTURE?

Der schwimmende Pavillon steht sinnbildlich für das Leben der Flüchtlinge. Die verblassten schmalen Seiten des Flosses repräsentieren die zurückgelassenen Leben sowie die unsicheren Zukunftsperspektiven hier in der Schweiz, denn ihr Wissen und ihre Fähigkeiten werden oft weder anerkannt noch geschätzt. Die langen offenen Seiten stehen für die Transformation in ein neues Leben voller neuer Erfahrungen, Freundschaften und Möglichkeiten, ins Hier und Jetzt. Sich auf der Transfähre befindend, sah man nie genau, wohin die Reise geht.

ÜBERFAHRT!

Ohne festen Fahrplan fanden während dem Spektakel Überfahrten von der Saffa aufs Festland und zurück statt. Eine Tafel orientierte die Besucher über die Installation, jedoch wurde diese Dienstleistung nicht direkt angeboten. Vielmehr konnte sich mensch uns jeweils anschliessen, wenn wir laut «Überfahrt» gerufen haben. Die etwa drei Tonnen Auftrieb verschafften unserem Floss eine Kapazität für etwa 30 Menschen, bevor es unter Wasser gedrückt wird. 

MATERIAL – NACHHALTIGKEIT

Die Holzprofile stammen aus Zürcher Föhre und sollen auch eine Investition für zukünftige Bauprojekte von uns sein. Die „Nagelbretter“ – also das, was die Profile zusammenhält – sind wiederverwertetes Abfallholz vom Spektakel selbst, sowie vom Klimafestival auf der Hardturmbrache. Die Schwimmkörper konnten wir lokal in Zürich ausleihen, sogenannte „Jetfloat“-Elemente, welche wir zu einem 3x4m grossen Floss zusammenstecken.

Link von Transfähre Lüchtturm

 

LIVING ROOM @ LÜCHTTURM

Im Juni 2018 wurden wir von Lüchtturm angefragt, ob wir nicht auch Lust hätten, bei deren Ihrem Festival in der Stadionbrache Hardturm mitzumachen. Wir waren uns gleich einig, dass wir auch abei sein wollen.

Brache für alle! Drei Sommertage lang ein gemeinnütziges Fest zum Mitmachen für alle. Frei von Kommerz, offen für Experimente und kreative Initiativen. Gemeinsam mit unterschiedlichsten Akteuren bespielten wir diesen urbanen Freiraum.

Wir haben einen Lieferwagen mit Material von einem Umbauprojekt, das direkt entsorgt worden wäre, über die Stadionbrache umgeleitet und damit während dreier Tage ein “Wohnzimmer” auf dem grossen Platz unterhalten. Das Wohnzimmer, überdeckt von einem alten Gleitschirm, bot mehrere Bänke und Tische inklusive eingebautem Grill sowie Ventilator und Bibliothek für die heissen Stunden. So ist auf der riesigen Asphaltfläche ein Raum für allerlei Interaktionen entstanden, unter anderem konnte dort unter Anleitung unser “Summer chair”, eine Art portabler Campingstuhl, gebaut werden. Das ganze Festival funktionierte während seiner ganzen Zeit ausschliesslich über Kollekte.

Link zu Lüchtturm

CAFÉ FÜR ALLE

Im Juni 2020 wurden wir von der Autonomen Schule Zürich angefragt, im Innenhof eine Sommernutzung zu realisieren. Durch die Massnahmen gegen COVID-19 mussten sie ihr Café im Erdgeschoss schliessen, da dort die Abstände nicht eingehalten werden konnten. Das Café ersetzt für viele Menschen das Wohnzimmer, da sie in Asylunterkünften im ganzen Kanton verstreut wohnen, wo solche Räume oft fehlen. Es war den Betreiber*innen deshalb wichtig, möglichst rasch einen wettergeschützten Ersatz zu schaffen, so dass dieser Treffpunkt auch mit den Massnahmen wieder funktionieren kann.

Entstanden ist eine vor Ort, zusammen mit den Nutzer*innen geplante und gebaute Konstruktion. Unser «Mother Hexagon»-Pavillon kam dabei zum zweiten Mal zum Einsatz: Der Elementbau kann problemlos in einem Tag aufgebaut werden. Währenddessen wurde bereits intensiv überlegt, wie aus dem vor Ort vorhandenen Material ein überdeckter Bereich angebaut werden könnte: Wir haben vom Helmhaus viele Planen der vergangenen Ausstellungen erhalten, welche wir zu einer zusammenhängenden Dachfläche verbinden konnten, und die somit die Grösse des Daches bestimmten. Das Tragwerk besteht, ähnlich wie bei der «Transfähre», aus drei am Boden vorgefertigten Rahmen, welche dann mit viel «woManpower» in Position gebracht werden. Fachwerke verbinden die Rahmen untereinander, der Pavillon und die Rampe bilden die beiden «Eckpfeiler». Mit einer Wandtafel versehen, konnte die überdachte Fläche so auch als «Outdoor-Klassenzimmer» genutzt werden. 

Die Bauphase hat gut zwei Wochen in Anspruch genommen und erfreute sich einer grosse Beteiligung der unterschiedlichsten Menschen. Neben dem eigentlichen Bauen wurden auch die Tische und Bänke neu gestrichen, ein Garten angelegt und sich dadurch gegenseitig kennengelernt. Inklusion durch das kollektive Bauen, durch das gemeinsam-etwas-machen. Es ist erstaunlich, zu was eine solche Community fähig ist. Das gebaute Resultat tritt hier beinahe in den Hintergrund. 

Link zu Autonomen Schule Zürich

GEMEINSAM WIE BIENEN PAVILLON

Gemeinsam wie Bienen ist ein zusammen mit dem Verein ExpoTranskultur (ETK) entwickelter hexagonaler Pavillon für die interkulturellen Wochen von "About Us!", die im September 2019 am Stadelhoferplatz stattfand. Er ist einer Bienenwabe nachempfunden, die in den menschlichen Massstab vergrössert wurde und steht somit für die kollektive Ader der Bienen. Bepflanzte sowie mit “urbanem Stricken” bespannte Wände stehen für die Kollektive Kreativität der Menschen aus unseren beiden Communities. Während den ganzen Dauer ist er mitten auf dem Stadelhoferplatz gestanden und hat für die unterschiedlichsten interkulturellen Aktivitäten Platz geboten. Er wurde in einem wöchigen Bauworkshop von unserer Community in Elementen gebaut, welche es nun erlauben, den Pavillon innert eines Tages an einem beliebigen Ort aufzubauen.

Link für ExpoTranskultur

Link für About Us!

DER AUFBAU

DIE FEIER

RENOVATION DER AUTONOMEN SCHULE ZÜRICH

Die Autonome Schule Zürich ist für alle die sich mit dem Thema Refugees beschäftigen, bekannt. Sie setzt sich gegen Rassismus und Ungerechtigkeit ein und bietet Migranten einen kostenlosen Unterricht unter andern in Deutsch, Mathematik und Englisch an. Und das alles auf freiwilliger Basis und unentgeltlich. Im Oktober 2017 kamen sie auf uns zu, mit der Bitte sie bei dem Umbau ihrer doch schon in die Jahre gekommenen Schule zu unterstützten. Für uns stand gleich fest, dass wir hier gerne mithelfen und gemeinsam mit ihnen und den Migranten, es in Angriff nehmen. Nach ein paar gemeinsamen Treffen stand fest, welche Umbaumassnahmen notwenig sind. Alle Räume sollen neu gestrichen, und zum Teil neu gedämmt und beplankt werden. Sie bekamen neue und vor allem mehr Leuchten, den diese waren bislang nur ungenügend. Ein weiterer Wunsch waren die WC Anlagen. Auch diese bekamen einen neuen Anstrich, eine neue Beleuchtung und ein paar Accessoires wie Spiegel. Gemeinsam mit allen freiwilligen MithelferInnen haben wir es geschafft, den Umbau in der vorgesehenen Zeit von etwa 3 Wochen umzusetzen. Ende Februar 2018 waren wir mit dem Umbau fertig und alle waren sehr stolz, ein bisschen müde aber glücklich es geschafft zu haben. 

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VORHER – NACHHER

DER UMBAU

A MULTIPURPOSE SHELTER

Maturitätsarbeit von Gian Hugi der sich mit dem Thema Architektur, Temporärbau und Recycling auseinandersetzt. Im Laufe seiner Arbeite möchte er eine Unterkunft entwickeln und 1.1 bauen, die nicht nur nachhaltig, einfach gebaut und auf die einzelnen Bedürfnisse abgestimmt wird, sondern auch auf der ganzen Welt mit einfachsten Werkzeugen baubar ist.

A Multipurpose Shelter - FACEBOOK

KONZEPTIDEE

Unter dem Namen «A multipurpose shelter» entwickelt Gian Hugi eine, für diverse Zwecke verwendbare, Unterkunftsstruktur. Architecture for Refugees SCHWEIZ unterstützt ihn dabei. Um die verschiedenen Bedürfnisse, die durch verschiedene Anwendungen entstehen, abdecken zu können, hat er ein modulares Stecksystem entwickelt, welches auf zwei Quadratmeter Wandmodulen basiert. Ein solches Wandmodul kann aus günstigen Materialien wie Wellkarton und Holzlatten gebaut werden. Die geschätzten Materialkosten belaufen sich in Kleinserie auf etwa zwanzig Franken pro Wandmodul. Es muss, bei genügend Erfahrung, mit einer Bauzeit von etwa einer Stunde gerechnet werden. Für die Vorbereitung kann je nach verwendetem Material eine weitere Stunde Arbeit entstehen. Die einzelnen Einsatzzwecke definieren stark die Grösse und Materialqualität der Struktur. Ein möglicher Einsatzzweck ist der Messebau sowie premium Openairunterkünfte. Oder Die Module könne wie heute als Stellwände genutzt werden. Der Vorstellung sind hier keine Grenzen gesetzt! Ein Anwendungsbereich, den ich besonders hervorgeben möchte ist die Integration und Unterbringung von Flüchtlingen. Durch fehlende Privatsphäre in den Asylunterkünften, ist das Bedürfnis nach einer Rückzugsm.glichkeit oft sehr stark. Durch das Projekt könnten auch günstige Rückzugsr.ume für Flüchtlinge in der Schweiz gebaut werden. Weiter kann die Modulstruktur in den Grenzregionen von Europa als provisorische Unterkunft eingesetzt werden. Zudem könnten auch Flüchtlinge für die Produktion solcher Module eingesetzt werden, was ihnen einen Einstieg in den Schweizer Arbeitsmarkt unter fairen Bedingungen ermöglichen würde. Am ende des Projekts sollen die Baupläne online zur Verfügung gestellt werden. Wobei das nachbauen und verbessern der Struktur erwünscht ist (Open-source Gedanke). Für humanitäre Zwecke (Flüchtlinge, Entwicklungshilfe...) werden die Baupläne völlig kostenlos zur Verfügung stehen.